Das Gebiet und das Umfeld Der Colli Albani

Vom geographischen Standpunkt aus entspricht das Gebiet der im Volksmund und in der Geschichte als Castelli Romani (Römische Burgen/Schlösser) bekannten Gegend den Hügeln der Colli Albani (Albaner Berge), die sich einige zehn Kilometer südöstlich von Rom befinden.

Vom geologischen Standpunkt aus sind die Colli Albani ein Relikt des antiken Vulcano Laziale (Vulkan von Latium), der sich im Laufe einer sehr langen Zeit vor 630.000 bis 20.000 Jahren in einem Prozess gebildet hat, den man im wesentlichen in die folgenden drei Phasen unterteilen kann:

am Anfang formte eine intensive Eruption einen riesigen Vulkankegel, der einen Durchmesser von 60 Kilometern erlangte. Der obere Rand dieses riesigen Vulkankraters brach im Laufe der Zeit ein und erschuf dabei eine breite „Caldera" (Krater), von der heute noch die nordöstlichen Ränder (die Berge Monti Tuscolani und der Monte dell'Artemisio) erhalten sind;

nach einer langen Ruhepause begann eine neue Eruptionsphase, die im Inneren der Caldera einen kleineren Vulkan formte, dessen Hauptkrater heute das Gebiet der sogenannten „Campi di Annibale" erschuf, während die anderen beiden Nebenkrater die heutigen Berge Monte Cavo und Colle Iano gebildet haben;

letztendlich, in der letzten Phase (in der sogenannten hydromagmatischen Phase, da sie aus heftigen Explosionen bestand, welche aus dem Kontakt des unterirdischen Grundwassers mit den Überresten der glühenden Magma provoziert wurden) entstanden verschiedene Krater entlang des südöstlichen Randes der ursprünglichen Caldera , aus denen sich dann Vulkanseen gebildet haben. Von diesen Vulkanseen existieren heute nur noch zwei (die Seen von Nemi und von Albano), während die anderen trockengelegt wurden und heute landwirtschaftlich genutzte Täler sind (Prata Porci, Pantano Secco, Valle Marciana, Laghetto, Vallericcia).

Der Höhenunterschied des Gebietes der Colli Albani variert von 47 m ü.d.M. (in der Gemeinde von Montecompatri) bis zu 956 m.ü.M (der Berg Maschio delle Faete in der Gemeinde von Rocca di Papa), mit deutlich mehr Gemeinden, die im Hügelland, d.h. in einer Höhe von 300 bis 700 m ü.d.M. liegen.

Bis zum XVII. Jahrhundert waren die urwüchsigen Baumarten, die unangefochten das Gebiet der Colli Albani dominierten, je nach Höhe folgende:

 

  • der Steineichenwald, typisch für die mediterrane Vegetationszone, die man bis zu einer Höhe von 200-300 m ü.d.M. findet;

  • der Mischeichenwald, typisch für die submediterrane Vegetationszone, die man bis zu einer Höhe von 400-500 m ü.d.M. findet;

  • der Mischlaubwald Q.T. A. (Querce/Eichen, Tigli/Linden und Aceri/Ahornbäume), typisch für die submontane Vegetationszone, die man bis zu einer Höhe von 700-800 m ü.d.M. findet;

  • der Buchenwald, typisch für die montane Vegetationszone, die man in einer Höhe oberhalb von 800 m ü.d.M. findet.

 

Die ausgedehnten Kastanienwälder, die heute die Hügel der Colli Albani bedecken, sind also keine endemische Vegetation, sondern die Früchte eines stetigen Kulturprozesses, der in diesem Gebiet seit den Ursprüngen der menschlichen Kolonisation stattgefunden und sich im Laufe der letzten drei Jahrhunderte enorm intensiviert hat.

Das menschliche Eingreifen hat in der Tat zu einer schrittweisen Ersetzung der obengenannten urwüchsigen Wälder zugunsten von Anpflanzungen in klarem wirtschaftlichen Interesse geführt:

Weinberge und Olivenhaine in einer Höhe von bis zu 400-500 m ü.d.M, die den Steineichenwald und den Mischeichenwald ersetzt haben;

Kastanienwälder, angebaut als Schlagholz in den höheren Vegetationszonen, die den Mischlaubwald Q.T.A. und den Buchenwald ersetzt haben.

Noch vorhandene Reste des autochthonen Waldes sind in einigen Gemeinden der Castelli Romani zu finden. Die wichtigsten von ihnen sind folgende:

 

  • Der Bosco dei Cappucchini (der Wald der Kapuziner) und der Lago Albano (Albaner See)

  • Der Park der Villa Chiggi (Ariccia)

  • Der Buschwald Macchia dello Sterparo (Frascati)

  • Der Wald Bosco della Madonnella (Grottaferrata)

  • Der Wald Bosco Ferentano ed il Parco Colonna (Marino)

  • Der Buschwald Macchia del Piantato (Monte Compatri)

  • Der Wald Bosco del Lago di Nemi (Nemi See) e Vallone Tempesta (Nemi)

  • Die Wälder Bosco di Monte Cavo und Maschio delle Faete (Rocca di Papa)

  • Der Wald Bosco del Cerquone (Rocca Priora)

  • Die Wälder Bosco dell'Artemisio und Bosco del Maschio d'Ariano (Velletri)

 

Reichhaltig und interessant ist die Fauna, die das Gebiet der Castelli Romani bevölkert.

Die am meisten in diesem Gebiet verbreitete Tierart ist jene der Vögel, von denen es hier über hundert verschiedenen Sorten gibt, die den verschiedenartigen Ordnungen angehören. Unter ihnen sind die Sperlingsvögel ohne Zweifel die am häufigsten hier vorkommenden mit zahlreichen Familien: Meisen, Rotkehlchen, Bachstelzen, Mönchsgrasmücke, Buchfinken, Rotschwänze, Wintergoldhähnchen, Zaunkönige, Stieglitze, Schwanzmeisen, Kleiber, Lerchen, Amseln, Stare, Schwalben, Pirole, Krähen, Eichelhäher, Elstern ... um nur die aufzuzählen, die am einfachsten zu sehen sind!

Nennenswert sind aber auch die Arten, die zu anderen Ordnungen und Familien gehören, wie zum Beispiel die Wachteln, die Rebhühner, die Schnepfen, die Grün- und Rotspechte, der Wiederhopf und der Kuckuck.

Nicht zu vergessen ist die üppige Vielfalt der Wasservögel, die auf der Durchreise sind und die Ufer und das Wasser des Nemi-Sees und des Albaner Sees besuchen: Wildenten, Wasserhühner, Reiherente, Ohrentaucher, Kormorane, Krähenscharben.

Außerdem gibt es zahlreiche und interessante Raubvögel, sowohl Tagraubvögel (Mäusebussard, Turmfalke, Sperber) als auch Nachtraubvogel (Steinkauz, Schleiereule, Nachteule, Waldkauz, Zwergohreule).

Unter den wildlebenden Säugetieren, die in den Wäldern und auf dem Ackerland der Castelli Romani leben, weisen wir (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) hin auf das Wildschwein, den Fuchs, den Steinmarder, das Wiesel, den Dachs, den Igel, das Stachelschwein, den Hasen, die Haselmaus, der Maulwurf, die Feldmaus, die Spitzmaus, die Fledermaus, das Eichhörnchen und den Siebenschläfer.

Schließlich erinnern wir auch an die zahlreichen Reptilien, wie die auffällige Schmaragdeidechse, die furchterregende Kreuzotter, die harmlosen Nattern und Schlingnattern.

Unter den Amphibien sind einige seltene Arten ohne Zweifel nennenswert, die wieder im Sumpfgebiet Pantano della Doganella (Rocca Priora) entdeckt worden sind: der Feuersalamander, der Brillensalamander, der Teichmolch, der Kammmolch.